neulich im ICE: penetrante bewerbung des speiseangebots im bordrestaurant. „gönnen sie sich doch einen russischen zupfkuchen mit einem heißgetränk ihrer wahl für nur vier euro fünfundneunzig!“ ...immer wieder! das ist mir unangenehm. ich fühle mich abgespeist, auf meine körperfunktionen reduziert. man hockt im zug, jedenfalls in der 2. klasse, ohnehin dem anderen gefühltermaßen (gefüüüühlt – der index schlechthin!) auf dem schoß.
ganz furchtbar, wenn man fremden menschen auch noch an einem tischplatz direkt gegenüber sitzt. ich sehe, was der andere isst. wo ihm die krümel hängen bleiben. dass er nach dem schnäuzen in sein taschentuch guckt. dass ein hemdknopf offensteht und einige der haare um seinen bauchnabel herauslugen. ich erlebe körperfunktionen von anderen menschen, die ich so detailiert gar nicht kennen lernen wollte.
und dann eben diese speisebewerbung – gerne auf sächsisch und viel zu laut, viel zu leise oder auch viel zu vernuschelt vorgebracht. ich will das nicht! kommt demnächst auch die mahnung über den lautsprecher, wer denn verdammtnochmal schon wieder die klobrille nicht heruntergeklappt habe? jedermensch weiß doch um die existenz des bordrestaurants. seit dem rauchverbot in zügen hat es aber doch jegliche daseinsberechtigung verloren. ein wässrig aufgegossener cappuccino mit klümpchen für dreifuffzich – also ich bitte schon sehr!
nun lässt sich die speisung im zug (noch!) anders als im flugzeug umgehen, man kann sich als selbstversorger am bahnhof mit ebenfalls teurem, aber ordentlichem kaffee wappnen und dazu beim bäcker noch eine nussecke einpacken lassen.
übrigens fehlen neben einem durchgängigen telefonnetz (funklochhopping!) ganz neuerdings präpositionen: „we arrive kassel wilhelmshöhe!“ – at! at! we arrive at kassel wilhelmshöhe! kann man den durchsagern und durchsagerinnen nicht eine liste mit korrekten phrasen (deutschen wie englischen) neben das mikrophon hängen? wir fahren ja auch nicht magdeburg und gehen aldi – oder doch?
auf dem weg von berlin nach frankfurt bemerke ich in spandau eine drängende lust auf kaffee – am bahnhof war natürlich mal wieder viel zu wenig zeit. ich gehe ins bordrestaurant, hole mir einen üblen, viel zu teuren cappuccino und zwänge mich wieder in meinen sitz am tisch – denn wo kann man entspannter zeitung lesen (aufgrund mangelnder funkverbindung keine mails, keine anrufe!) und dabei ab und zu ungeniert über den rand lugen, seine mitmenschen beobachten, ihren handygesprächen lauschen (wieso haben die empfang???) und abwarten, wie lange der krümel an der backe des gegenübers noch durchhält?
Donnerstag, 29. Januar 2009
lautsprecherdurchsagen, die mich peinlich berühren
Montag, 12. Januar 2009
Sonntag, 28. Dezember 2008
mit witz gegen rechts
wie unter anderem die zeit heute berichtet, haben straftaten von rechts in deutschland zugenommen - um fast dreißig prozent im vergangenen jahr! die ewig vorvorgestrigen, die stupiden leugner... kurz: die faschistischen arschlöcher sind wieder auf dem vormarsch. im wahrsten sinne. das muss nicht nur von couragierten menschen wie dem passauer polizeichef mannichl verhindert werden, sondern von uns allen. von jedem einzelnen.
dazu fällt mir eine sehr schöne begebenheit aus meiner unterfränkischen heimat ein: der jüngst zum weihbischof von würzburg ernannte ulrich boom hat seinerzeit (anno 2006) in miltenberg, seiner damaligen gemeinde, eine kundgebung der NPD-jugend auf dem dortigen marktplatz verhindert. mit einer einfachen list und viel chuzpe: der "glöckner vom untermain" hat zur kundgebungszeit sämtliche sechs glocken (namentlich die glocken mutter gottes, jakobus, johannes nepomuk, bonifatius, pius und kilian) der miltenberger pfarrkirche st. jakobus läuten lassen - zwanzig minuten lang! auf dem marktplatz konnte angesichts des geläuts die versammelte NPD-jugend ihr eigenes wort nicht verstehen (der geographischen beschaffenheit der umgebung sei dank!) und musste so unverrichteter dinge abziehen! haha! ein lehrstück in sachen zivilcourage.
einen kleinen moment noch:
nun kann man sicher hergehen und sagen, die ganze chose sei nicht nur un-, sondern fast schon antidemokratisch. schließlich habe es sich ja um eine rechtsstaatlich genehmigte demonstration gehandelt. und die sprengung einer solchen kundgebung wird nun einmal mit freiheitsentzug bis zu drei jahren und/oder geldstafe geahndet. war aber nicht so. der gute pfarrer boom hat eben mittels protestgeläut auch nur seiner meinung ausdruck verliehen. diese ansicht teilten auch die bayerische politik und die bayerische öffentlichkeit. und das ist auch gut so.
Mittwoch, 17. Dezember 2008
debattieren in frankfurt
debattieren an der frankfurter goethe-uni... schon ganz bald! wer dabei sein und immer die neuesten informationen kriegen möchte, ist herzlich eingeladen, sich unter folgender adresse der yahoo-group "goethe-dc" anzuschließen: goethe-dc-subscribe[at]yahoogroups.de --- hier gibt es dann immer aktuelles und wissenswertes rund um die gründung unseres clubs!
anfang januar geht es bereits los! und schon ende januar wollen wir mit einem frankfurter team bei dem von der tübinger streitkultur ausgerichteten ZEIT-debatte antreten!